Praxis für Psychotherapie
 

E-mail-Vorlage zum Protest

Hier finden Sie e-mail-Vorlagen, die Sie nutzen können, um Ihren Unmut über die Kürzung der Honorare für psychotherapeutische Leistungen zu bekunden.

Ganz in Kürze: Ab dem 01.04.2026 werden wir Psychotherapeut*innen 4,5% weniger verdienen, weil wir pro Leistung 4,5% weniger einnehmen werden. Zwar werden parallel die Strukturzuschläge erhöht, aber selbst wenn man die komplett erhält, sind es immer noch 2,8% Minus. 

Und Strukturzuschläge gibt es zwar, wenn man den Kassensitz voll auslastet. Aber das wird jedes Quartal neu entschieden, abhängig davon was eingenommen wurde. D.h. eigene Erkrankung, Pflege von Familienmitgliedern, usw. und schon fällt der Zuschlag weg. 

Hier nähere Infos zum Thema: 
Stellungnahme Bundespsychotherapeutenkammer

Pressemitteilung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Vorlagentext allgemein (bitte die Hinweise am Ende beachten):

Betreff: Protest gegen die zum 01.04.2026 beschlossene Honorarkürzung für Psychotherapie

Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Schreiben protestiere ich in aller Deutlichkeit gegen den Beschluss des Bewertungsausschusses, die Honorare für psychotherapeutische Leistungen zum 1. April 2026 drastisch, um 4,5% abzusenken.

Dass in einer Zeit, in der die psychische Belastung der Bevölkerung einen historischen Höchststand erreicht hat und die Wartezeiten auf Therapieplätze unzumutbar lang sind, die wirtschaftliche Basis der ambulanten Versorgung aktiv geschwächt wird, ist ein gesundheitspolitischer Offenbarungseid.

Warum diese Entscheidung fatal ist und revidiert werden muss:
1. Reallohnverlust durch Inflation: Seit 2022 sind die Kosten für Praxismieten, Personal und Energie kumuliert um etwa 16 % gestiegen. Eine Kürzung der Honorare um ca. 4,5 % (während der GKV-Spitzenverband sogar 10 % forderte) bedeutet in Kombination mit der Inflation einen massiven Kaufkraftverlust für die Praxen. Eine wirtschaftliche Praxisführung ist unter diesen Bedingungen kaum noch möglich.
2. Zerstörung der Versorgungssicherheit: Der finanzielle Druck zwingt Therapeut:innen dazu, ihr Engagement in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu reduzieren. Die Folge wird eine verstärkte Abwanderung in den Bereich für Privatversicherte und Selbstzahler sein. Kassenpatient:innen, insbesondere Geringverdiener, werden noch länger auf Hilfe warten oder leer ausgehen.
3. Gefährdung der neuen Weiterbildung: Die Finanzierung der ambulanten Weiterbildung für angehende Fachpsychotherapeut:innen ist ohnehin prekär. Durch die Honorarkürzung wird es für Praxen finanziell unmöglich, Weiterbildungsstellen anzubieten. Sie gefährden damit direkt die nächste Generation von Therapeuten.

Volkswirtschaftliche Auswirkungen:
Die vermeintliche Ersparnis der Krankenkassen wird die Gesellschaft und den Staatshaushalt ein Vielfaches kosten:
Produktivitätsausfall: Psychische Erkrankungen sind bereits jetzt die Hauptursache für Fehltage. Eine verzögerte oder mangelhafte Behandlung führt zu längeren Ausfallzeiten und einer Zunahme von Frühverrentungen.
Folgekosten durch Chronifizierung: Eine „billige“ Therapie, die nicht stattfindet, wird zur teuren stationären Behandlung. Die Kosten für einen Tag im psychiatrischen Krankenhaus übersteigen die Kosten einer ambulanten Therapiestunde massiv.
Belastung der Sozialkassen: Unbehandelte psychische Störungen führen oft zu sozialen Krisen, Arbeitslosigkeit und einem erhöhten Bedarf an Transferleistungen.

Meine Forderung: Ich fordere Sie auf, sich für eine sofortige Korrektur dieser Entscheidung und eine leistungsgerechte Erhöhung der Honorare einzusetzen, die mindestens die Inflationsrate der letzten Jahre ausgleicht. Die psychische Gesundheit der Bürger darf nicht als Steinbruch für kurzfristige Sanierungsbemühungen der Krankenkassen dienen.


Mit freundlichen Grüßen

Vorlagentext (Politik) Hinweise am Ende beachten: 

Betreff: Abwertung der Psychotherapie ab April 2026

Guten Tag,
die geplante Abwertung der ambulanten Psychotherapie um 4,5% ab April 2026 ist angesichts der monatelangen Wartezeiten für Patient*innen schwer nachvollziehbar. 

Psychische Erkrankungen verursachen jährlich über 130 Milliarden Euro volkswirtschaftlichen Schaden, während ambulante Psychotherapie nur etwa 4-5 Milliarden Euro kostet. 

Studien zeigen zudem, dass jeder investierte Euro zwei bis vier Euro an Folgekosten einspart.

Deshalb hoffe ich auf Ihre Unterstützung. Setzen Sie sich für eine Stärkung der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung ein. Und für eine Rücknahme der stattfindenden Abwertung psychotherapeutischer Leistungen.

Derzeit stehen XXX Menschen bei mir auf der Warteliste/Ist die Warteliste geschlossen/Ich warte seit XXX Monaten auf einen Therapieplatz.

Mit freundlichen Grüßen


Wohin damit? 

Bundesministerium für Gesundheit (BMG) poststelle@bmg.bund.de

GKV-Spitzenverband kontakt@gkv-spitzenverband.de

Mitglieder im Gesundheitsausschuss https://www.bundestag.de/ausschuesse/gesundheit
Hier finde ihr eure Abgeordneten für euren Wahlkreis: https://www.bundestag.de/abgeordnete


Weitere Ideen:
Krankenkassen
Nachrichtenseiten/-sender
Podcasts
usw.

Hinweis:
Setze die Empfänger nicht alle in ein sichtbares "An:"-Feld. Schicke entweder Einzelmails oder setze die weiteren Adressaten in BCC, damit es nicht wie eine Massenmail wirkt. Ein persönlicher Betreff wie "Dringend: Versorgungsnotstand in [Dein Ort/Wahlkreis] durch Honorarkürzung zum 01.04." hilft, nicht im Spam-Ordner zu landen.


Vorlagentexte entstammen der Protestbewegung von Psychotherapeut*innen angesichts der Kürzungen.


Praxis für Psychotherapie
Psychologische Psychotherapeutin Julia Monzel
Butterberg 16
66583 Spiesen-Elversberg
Tel.: 06821-2902532
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